DWZ-Rechner inoffiziell

ein Angebot von schach.hamburg

Nach der aktuellen Wertungsordnung des Deutschen Schachbundes, Fassung 2026 (gültig ab 8. Juni 2026).

Du willst wissen, wie sich Deine DWZ durch ein Turnier verändert, ohne auf die offizielle Auswertung zu warten? Trage Deine Daten und die Partien ein, das Ergebnis erscheint sofort. Alle Berechnungen laufen lokal in Deinem Browser, es werden keine Daten übertragen.

Spieler

Der Index ist die Zahl hinter dem Bindestrich Deiner DWZ (1850-12) und zählt Deine bisherigen Auswertungen. Er bestimmt den Entwicklungsfaktor K mit. Du kannst ihn direkt im DWZ-Feld mit eingeben, er wird dann automatisch übernommen. Bleibt das Feld leer, wird ein Index über 10 angenommen. Meine DWZ nachschlagen (Spielersuche des Deutschen Schachbundes).

Partien

DWZ des GegnersErgebnisohne
DWZ
P(D)

Schnelleingabe: DWZ tippen, Enter, dann 1, 5 oder 0 für das Ergebnis, schon bist Du in der nächsten Zeile. Oder das Ergebnis direkt anhängen (2344g, 2238r, 1949v oder +, =, −), für Gegner ohne DWZ nur og, or, ov. Eine ganze Liste aus der Zwischenablage (z. B. „2344 g, 2238 r, ov, 1949 v“) kannst Du in ein DWZ-Feld einfügen. Partien ohne Ergebnis werden nicht mitgezählt.

Ergebnis

Was leistet der Rechner und was nicht?

Der Rechner setzt die Berechnungsregeln aus Kapitel 3 und den Anhängen 1 und 2 der Wertungsordnung in der seit dem 8. Juni 2026 gültigen Fassung um. Gewinnerwartungen werden nicht aus den gerundeten Tabellen abgelesen, sondern exakt über die Normalverteilung berechnet. Die Ergebnisse wurden gegen das Auswertungsbeispiel der Wertungsordnung geprüft. Fehler lassen sich trotzdem nicht ausschließen, verbindlich ist allein die offizielle Auswertung.

Da der Rechner nur Deine eigenen Partien kennt und nicht das gesamte Turnier, gelten die in Anhang 3.3 der Wertungsordnung beschriebenen Einschränkungen:

Ganzes Turnier auswerten? Dieser Rechner rechnet bewusst aus der Sicht eines einzelnen Spielers. Wer ein komplettes kleines Turnier auswerten möchte, alle Teilnehmer auf einmal, inklusive der Erst-DWZ für Spieler ohne Wertungszahl und für Gegner, die im selben Turnier ihre erste DWZ erhalten, findet dafür den DWZ-Turnierauswerter der Schachabteilung des Pulheimer SC, ein ebenfalls ehrenamtliches Werkzeug nach der Wertungsordnung 2026.

Der Rechner eignet sich für komplette Turniere genauso wie für einzelne Partien aus Mannschaftskämpfen. Entscheidend sind nur Gegner und Ergebnisse, nicht der Anlass. Trage alle Partien ein, die zur selben Auswertung gehören. Zweikämpfe werden nur unter bestimmten Bedingungen gewertet.

„Einer der besten Einzelrechner, die ich kenne: Er rechnet, wenn alle Beteiligten eine DWZ haben, korrekt, benennt dabei aber die Einschränkungen, die eine Berechnung aus Sicht nur eines Spielers zwangsläufig hat, sehr gut.“

Berthold Plischke, DSB-Beauftragter für DWZ-Systemkontrolle, Oktober 2026

So entsteht Deine neue DWZ

Wie viele Punkte ein Turnier bringt oder kostet, lässt sich nicht pauschal sagen, weil drei Größen zusammenwirken:

1 Die Erwartung

Für jede Partie ergibt sich aus dem DWZ-Unterschied eine Gewinnerwartung. Gegen einen 150 Punkte stärkeren Gegner liegt sie bei etwa 0,30, gegen einen gleich starken bei 0,50. Die Summe über alle Partien ist Deine Punkterwartung We.

2 Die Abweichung

Entscheidend ist nur, wie weit Dein tatsächliches Ergebnis W von der Erwartung abweicht. Wer genau seine Erwartung erfüllt, bleibt praktisch unverändert, egal ob gegen starke oder schwache Gegner. Jeder halbe Punkt darüber oder darunter zählt.

3 Der Faktor K

Der Entwicklungsfaktor bestimmt, wie stark die Abweichung durchschlägt: neue DWZ = alte DWZ + K · (W − We). Bei erfahrenen Erwachsenen liegt K bei 28, bei Jugendlichen und Einsteigern deutlich höher. Bei gutem Ergebnis kommt unter bestimmten Grenzen ein Aufschlag dazu, bei schlechtem Ergebnis unter 1600 ein Bremsfaktor.

Beispiel: 1600 gegen 1750

Ein Erwachsener mit DWZ 1600 und Index über 10 (K = 28) spielt eine Partie gegen einen Gegner mit 1750. Die Gewinnerwartung bei 150 Punkten Rückstand beträgt 0,298.

ErgebnisW − WeNeue DWZVeränderung
Sieg+0,7021620+20
Remis+0,2021606+6
Niederlage−0,2981592−8

Auffällig ist die Asymmetrie: Der Sieg bringt mehr, als die Niederlage kostet. Das ist der Sinn des Systems. Gegen einen stärkeren Gegner wird die Niederlage weitgehend erwartet und deshalb nur schwach bestraft. Umgekehrt gilt dasselbe: Gegen einen 150 Punkte schwächeren Gegner bringt ein Sieg nur rund 8 Punkte, während eine Niederlage etwa 20 kostet. Beispiel im Rechner laden

Glossar

DWZ-Skala

Die DWZ ist eine Intervallskala ohne feste Obergrenze. Seit der Umstellung 2026 beginnt sie bei 1100, tiefer kann keine DWZ fallen. Werte unter 1100 stammen aus der alten Skala vor 2026 und wurden einmalig umgerechnet (bis 1000 plus 400 Punkte, zwischen 1000 und 2110 nach der Formel 0,64·alt + 760, darüber unverändert). Spitzenspieler liegen bei etwa 2500 bis 2800, Werte über 3000 kommen nicht vor. Vorsicht bei Einordnungen aus dem Netz von vor Juni 2026: Sätze wie „ab 1600 bist Du ein guter Vereinsspieler“ beziehen sich auf die alte Skala und liegen heute rund 200 Punkte zu niedrig, aus 1600 wurden bei der Umstellung 1784. Der Median aller gewerteten Spieler in Deutschland liegt auf der neuen Skala bei etwa 1740 (Auswertung des DSB-Wertungsportals durch dwz-match.de, Stand August 2026).

DWZ-Index

Jede DWZ besteht neben der eigentlichen Wertungszahl aus einem Index, der bei jeder Auswertung um 1 erhöht wird. Er steht durch einen Bindestrich getrennt hinter der Wertungszahl (z. B. 1745-21). Bei der ersten DWZ ist der Index 1. Der Index zeigt also die Erfahrung eines Spielers an und bestimmt zusammen mit Alter und DWZ den Entwicklungsfaktor K. Ab Index 11 ändert sich K nicht mehr. Eine Ausnahme gibt es beim Einstieg: Wird einem neuen Mitglied eine bestehende FIDE-Elo oder eine geeignete ausländische Wertungszahl als erste DWZ zugewiesen, startet sie in der Regel mit Index 6 (2.2.4).

Altersstufen

Das Alter ergibt sich aus Turnierende minus Geburtsjahr. Jugendliche sind bis 20 Jahre, Junioren von 21 bis 25 Jahre, alle Älteren gelten als Erwachsene. Jugendliche und Junioren erhalten höhere Grundwerte für K, Jugendliche unter DWZ 2000 zusätzlich einen Erfolgsaufschlag bei gutem Ergebnis.

Gewinnerwartung P(D) und Punkterwartung We

Die Gewinnerwartung gibt an, welchen Punktanteil ein Spieler gegen einen bestimmten Gegner im Durchschnitt erzielen sollte. Sie hängt nur von der Differenz D der beiden DWZ ab. Bei gleicher DWZ beträgt sie 0,5, bei 200 Punkten Vorsprung etwa 0,76. Die Summe aller Gewinnerwartungen eines Turniers ist die Punkterwartung We. Liegt das tatsächliche Ergebnis W darüber, steigt die DWZ, liegt es darunter, sinkt sie.

Entwicklungsfaktor K

K legt fest, wie stark ein Turnier die DWZ verändert: Die neue DWZ ist R₀ + K·(W − We). K setzt sich zusammen aus einem Grundwert K₀ (abhängig von Altersstufe, Index und DWZ), einem Erfolgsaufschlag a bei Ergebnissen über der Erwartung (Jugendliche unter 2000 sowie Junioren und Erwachsene unter 1600) und einem Bremsfaktor b bei Ergebnissen unter der Erwartung für Spieler unter 1600. K ist auf höchstens 80 begrenzt. Die DWZ kann nicht unter 1100 fallen.

Turnierleistung Rh

Die Turnierleistung ist die theoretische DWZ, mit der Deine Punkterwartung genau Deinem erzielten Ergebnis entspräche. Sie ist unabhängig von Deiner bisherigen DWZ, Deinem Alter und Index und wird erst ab 5 Partien ermittelt. Bei 100 % wird ein fiktives Remis gegen den Gegnerschnitt ergänzt, bei 0 % wird keine Turnierleistung gebildet.

Restpartien und Erst-DWZ

Spieler ohne DWZ benötigen mindestens 5 wertbare Partien gegen Spieler mit DWZ (oder der 1. Zusatzstufe) und darin mindestens einen halben Punkt, um eine erste DWZ zu erhalten. Reichen die Partien eines Turniers nicht aus, werden sie als Restpartien für 2 Jahre gespeichert und beim nächsten Turnier angerechnet. Die Erst-DWZ ist die Wertungszahl, bei der die Punkterwartung genau dem erzielten Ergebnis entspricht, bei 100 % ergänzt um ein fiktives Remis gegen den Gegnerschnitt. Liegt der Rechenwert unter 2000, wird er nach oben korrigiert (Anhang 1.2.2, Faktor 0,08), die Untergrenze ist 1100. Der Modus „Ich habe noch keine DWZ“ rechnet genau so, allerdings nur aus Deiner Sicht: Offiziell werden alle wertungslosen Spieler eines Turniers gemeinsam iteriert. Hatten alle Deine Gegner schon vorher eine DWZ, stimmt der Wert exakt, sonst kann er um einige Punkte abweichen.

Mannschaftskampf und Zweikampf

Für die Auswertung zählen nur Gegner und Ergebnisse, nicht der Anlass. Partien aus Mannschaftskämpfen einer Saison werden meist gesammelt ausgewertet, Turniere jeweils nach ihrem Ende. Ein Zweikampf zwischen zwei Spielern wird nur gewertet, wenn beide bereits eine DWZ haben und die Auswertung vorher angemeldet wurde. Bei Zweikämpfen entfällt außerdem die Sonderwertung für Ausnahmeleistungen.

Du hast noch keine DWZ?

Dann schalte oben auf „Ich habe noch keine DWZ“ um. Der Rechner ermittelt daraus eine voraussichtliche Erst-DWZ. Offiziell wird sie in einer Gesamtiteration über alle wertungslosen Spieler des Turniers berechnet, deshalb ist unser Wert eine Näherung, die nur dann exakt ist, wenn alle Deine Gegner schon eine DWZ hatten. Was Du wissen solltest:

Grobe Orientierung: Deine Turnierleistung aus einem Turnier mit mindestens fünf gewerteten Gegnern ist ein guter Anhaltspunkt, wo Deine erste DWZ ungefähr landen wird. Verbindliche Auskunft geben die Wertungsreferenten des Hamburger Schachverbands, Deinen Ansprechpartner findest Du über schach.hamburg oder per E-Mail an dwz@schach.hamburg.

Feedback und Kontakt

Nichts ist perfekt, dieser Rechner auch nicht. Wenn Du auf Fehler stößt oder Verbesserungswünsche hast, schreib eine formlose E-Mail an dwz@schach.hamburg. Jedes Feedback ist willkommen.